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happiness as resistance III - EATING THE RAINBOW

Fr, 01. Mai 2026

18:00—22:00 Uhr

@Deck, Praterstern, Billboards

Billboards, Performances, Videos im öffentlichen Raum:  1.05. – 21.06.2026 

Mai 18 - 22 Uhr Performances 

29. Mai 16 -18 Uhr Workshop River Calling

31. Mai 18 - 20 Uhr Screening (im Rahmen von Independent Space Index – The festival for independent art spaces)

Natalia Gurova

Kollektiv KLAUS

Pramila Lama

Marlene Lahmer

Elisabeth von Samsonow

Vivian Crespo Zurita  & Kweku Okokroko

Rita Vitorelli

The Chiang Rai International Performance Art Project 2026: River Resistance

Transcultural Emancipation & Raashish India

Kuratiert von Ursula Maria Probst

Wir wenden uns durch NI (Natural Intelligence) dem Chthuluzän zu, einer Ära, die dadurch definiert ist, dass wir uns nicht mehr als vom Rest des Lebens auf der Erde getrennt betrachten können. Die zunehmend spürbare Erderwärmung, Wasserverknappung durch AI Data Companies und durch Mining verursachte Vergiftung von Flüssen und der dadurch beschleunigte Rückgang der Artenvielfalt bewirken, dass wir unsere Beziehung zu NI überdenken wollen. Bei NI handelt es sich um die von der Natur geschaffene biologische Intelligenz von Tieren, Pflanzen und Menschen. Für das Projekt kooperieren wir mit dem River Resistance Projekt in Chiang Rai/Thailand. Künstler:innen aus 11 Ländern kamen vom 12. bis 15. März 2026 zusammen, um mehr über den Kok-Fluss zu erfahren und ihn vor Giftstoffen aus dem Bergbau zu schützen. Nur wenige Familien werden durch den Abbau von Gold und seltenen Metallen reich, doch der schöne, saubere Fluss wird zerstört.  Menschen, Vögel und Fische erkranken und sterben!

Bei NI (Natural Intelligence) handelt es sich um die von der Natur geschaffene Intelligenz, natürliche Evolutionsmechanismen, wie die biologische Intelligenz von Tieren, Pflanzen und Menschen. Heute wissen wir aufgrund wissenschaftlicher Analysen, dass Bäume miteinander kommunizieren, Pflanzen auf ihre Umgebungsreize reagieren.

Das Chthuluzän ist ein von der Kulturwissenschaftlerin Donna Haraway geprägter Neologismus, der den Begriff Anthropozän zur Beschreibung des menschlichen Zivilisations-Zeitalters ablöst.

Die Videos der Live Performances werden während der Ausstellungsdauer auf Screens eingespielt. Die von den Künstler:innen zur Verfügung gestellten Texte wurden in der Originalversion verwendet.

BESCHREIBUNG:

Pramilla Lama, 'Maato', 2026, Performance, Außenraum FLUCC

My land, Your land, Whose land?

Soil belongs to no one; it is a living ecosystem that preceded us and will outlast us. Legally and historically, however, the answer is more complex. In modern society, soil is treated as property defined by deeds and titles held by individuals, corporations, or states. Borders are human constructs—lines drawn on maps based on treaties, wars, or political agreements. Nature does not recognize these; rivers shift, seeds blow across fences, and animals migrate without passports. The Earth is a single, interconnected biosphere . Our habit of dividing it into "mine" and "yours" is a social tool used to manage resources, but it often ignores the ecological reality that what happens to the soil in one place eventually affects the whole planet.

Who owns the soil? 

Who makes the borders?

Who is killing and who is dieing?

Vivian Crespo Zurita, Die Tamales-Verkäuferin, 2026, Performance, unter Mitwirkung von Kweku Okokroko. Außenraum FLUCC

„Die Tamales-Verkäuferin ist ein Thema, das ich für diese Ausstellung zum Nahrungsmittel Mais ausgewählt habe, da es schöne Erinnerungen weckt an meine Insel, das kubanische Land, die Sehnsucht, die kubanische Straßenverkäuferin zu spüren, eine Frau, die vor Sonnenuntergang und noch bevor der Hahn kräht  alle Zutaten vorbereitet, wie zum Beispiel den Maiskolben, die Gewürze zum Anbraten und zum Würzen ihres köstlichen Tamales , Die Straßenverkäuferin mit ihren köstlichen Tamales in ihrem Korb schlendert durch die imaginären Viertel von Havanna und begleitet ihren Verkauf mit einem sehr sanften und unverwechselbaren Gesang; ihre süße Melodie erreicht die Mägen all derer, die sich weigern zu kaufen, und zwischen dem Duft der Tamales und den Gesängen  entsteht diese reiche und kraftvolle Geschichte aus der Kolonialzeit um das Jahr 1800. 

Seit meiner Kindheit durfte ich meiner Mutter und ihren Freundinnen beim Zubereiten und Verkaufen ihrer Tamales zusehen und helfen, doch heute widme ich diese Bilder all jenen Händen, die Mais geerntet, gemahlen und gesät haben. Erwähnenswert ist auch eine besondere Persönlichkeit, die liebevoll OLGA LA TAMALERA genannt wird. Ihre Tamales überquerten Ozeane und Grenzen. Ihr Verkaufsruf war weltweit die Nummer 1, da er von dem großen Musiker und Salsa-Komponisten puertoricanischer Herkunft, Tito Puente, komponiert wurde.  

Dies ist die reiche Geschichte, die aus einem Maiskorn entstand.

Kollektiv KLAUS: Anne Mégier, Ella Necker, Gabi Seeleitner, crosswalk movements, 2026, partizipative Pop-up-Performance, 40 min. Öffentlicher Raum: Zebrastreifen zum Prater, Außenraum FLUCC

Eine partizipative Pop-up-Performance im öffentlichen Raum von und mit dem Kollektiv KLAUS Im Fokus der Performance crosswalk movements steht ein Ort alltäglicher Regelung – der Zebrastreifen. Normalerweise ein Übergangsort, an dem Fahrzeuge Menschen Vorrang geben müssen. Doch was passiert, wenn wir diesen funktionalen Ort temporär anders nutzen, ihn choreografisch umdeuten, ihn zum Ort kollektiver Bewegungsexperimente machen? Mit eingeladenen Performerinnen und spontanen Passantinnen entsteht eine dynamische, offene Situation, die Normen von Fortbewegung, Körper im öffentlichen Raum und sozialem Miteinander verhandelt. 

Natalia Gurova, GIANT HOGWEED: A DECEPTIVE GIFT IN VIENNA, 2025, Walking theatre – WIENWOCHE 2025, Video and Discussion

The project takes the Ballhausplatz – a historically charged site at the heart of Vienna – as its stage. More than 200 years ago, on 18 September 1814, one of the key acts of the Vienna Congress was signed here. The square witnessed shifts and seizures of power, symbolic gestures of diplomacy, and the drawing of new borders. Today, Ballhausplatz remains a place where Austria’s political life unfolds, not only in government buildings but also through ongoing public demonstrations and protests. At the center of the piece stands the giant hogweed (Heracleum mantegazzianum), a plant that allegedly arrived in Vienna as a diplomatic gift from Tsar Alexander I to Prince Metternich. Once admired as an exotic rarity, it later became invasive, toxic, and nearly impossible to eradicate. The performance unfolds this story as an allegory of diplomacy, migration, and deception – a tale where from the lens of the past we are speaking about the present. Performance Theatrical and poetic scenes are staged directly in public space. Historic figures such as Metternich, Alexander I, Wellington, Gardenberg, and Talleyrand reappear alongside “invisible” companions: a cook, a laundress, a guard and the giant hogweed itself. The performance shifts between satire, history, and myth, engaging the audience in a critical reflection on borders, empire, and ecological as well as political invasions. 

Concept, text; direction: Natalia Gurova  Project management and dramaturgy: Olga Shapovalova  Performers: Charlotta Öberg, Anabel Scheffold, Richi August-Chi, Jannis Neumann, Meltem Calisir, Felix Schwentner, Laura Sauer, Sabrina Rosina Bühn  Technical support: Gustavo Petek  Costumes / Props / Set: Anna Grebennikova and Aylin Mutluer  Social Media: Margarita Merkulova  Finances: Denise Parizek  Production Support: WIENWOCHE Photo credits: Marija Šabanović Video credits: Ali Amiri 

Elisabeth von Samsonow, Ich, Totemtier, 2026, Performance, Außenraum FLUCC

Die Performance versucht, Eingemachtes aufzumachen, nämlich die Adler-Besessenheit in betreff der nationalen Hoheitszeichen. Jeder einigermaßen etwas auf sich gebende Staat, jede wenigstens einigermaßen eingebildete Gemeinde führt einen Adler im Schilde. Was sagt denn da der Adler dazu? Wurde er überhaupt gefragt? Welcher Automatismus, zusammengebraut nach einem römischen Vorbild, ist da am Werke? Das Unverständnis, die Leere der heraldischen Codes führt notwendig zu einem Staatsstreich, in dem der Adler sich weigert, seine Figur für ihm unbekannte Zwecke herzugeben. Juhu! Der erste Mai ist wie gemacht für eine solche Vorführung, die diesmal darauf hinausläuft, dass das Tier seine Kooperation aufkündigt, im Territorium des ehemaligen Doppeladlers, des nunmehrigen Adlers mit Hammer, Sichel und zerfetzer Fesselkette oder der fünf „Lercherl“ Niederösterreichs.  

Elisabeth von Samsonow , Staging A VISIT A CEREMONY A GIFT, 2020, Film. Außenraum FLUCC

How to do an art project with people involved in different countries in the times of pandemia? Having pushed the time frames from one lockdown to the other, the project had to be reworked in total, as the meetings, the interviews, the performances could not take place as scheduled. The lockdown can also be taken as another word for territorialization as everybody had to stay right at his or her place. Territorialization, unintential or intentional, means coming-back-to-one’s world, to reattach to a segment of the world. Instead of meeting altogether in the region of Galway, we started to rethink Ireland, where we did not go, in Lower Austria. As we had wanted to give shape to our project through the Old Irish Alphabet of Trees Beth-Luis-Nion which was widely commented on by Robert von Ranke-Graves in his voluminous book „The White Goddess“ we re-mapped the „Land of the Goddesses“ I have co-founded with a group of artists and supporters in 2020 in Lower Austria, a highly diverse territory having vinyards, wood, field and bushland, and its surroundings under this prerequisite. Our becoming-irish unearthed possible cultural links between the territories, as the elder tree (in german: Holunder) can be considered not only a plant, but a semantic field of force: the name oft he tree is derived from the name oft he Goddess, by the way a white one, „Frau Holle“. So one could think of this tree definitively as a letter of a tree alphabet. The idea of giving space to gestures of attention and mutual recognition, expanding the zone of transhuman communication on a liminal level through a performative walk through the territory inchoated a journey to the core of imagination. The condition of this form of ecopoetry is an non-purposeful approach between the people and the land, a playful move in a surrounding with was formerly – and the surrounding still is – marked by heavily articulated multilayered interests in industrial agriculture, energy production, capitalization and property management of all different kinds. The freedom given through the poetic approach to the trees and their habitat is inscribed in the footage of the film, and is still part of the collective memory of the group which in a way „transplanted“, emigrated from the human field. The project wants to offer new dimensions to „thinking Gaia“ or „reading Gaia“, the autopoetic planetary force, and push forth the creation of „trigger points“ which would serve as nodes for analyzing, healing and building a complex architecture of coexistence in a devastated world. The trigger function in this model is activated by poetry which is short circuited to the trees as its stimulating points. The scene of the Elder tree has been filmed in a little plot near the sporting area of Hadres, this plot being a small reservoir, a hideaway for deer, hares and pheasants during the daytime. Three days after the footage was produced a farmer cut all the bush and tree in order to enlarge his field. To us, this fact was read like a diagnosis of the instable and terrifying status quo of daily dramatic diminuation of animals‘ habitat. It underscored the importance of the purchase of the Land of the Goddesses which will enjoy our protection. Filming in this context became a process of self reflexion and awareness in relation to the perception of the land. Via the performances the documentation of the land was freed from the historical stereotypes of „landscape“. The performative gaze on the land is more of a guerilla type of solidarization and re-territorialization what can be seen as well in the footage that was produced by Maimé Perrette and Marielle MacLeman . A Visit A Ceremony a Gift turned out to be a model of how to do journeys without moving.

Marlene Lahmer, Meetings with Heat, 2024-, Textinstallation/Gedichtband, FLUCC Deck

Im Gedichtband "Meetings with Heat" untersucht Marlene Lahmer weiblich gelesene Körper und ihren reproduktiven Fähigkeiten/Zuschreibungen sowie den Hochofen und die Energieversorgung beim Glasblasen im Hinblick auf ihre gemeinsamen Nenner: Ressourcen, materielle Transformation und unsichtbare Arbeit. Ein Ausschnitt daraus ist auf dem Billboard über der FLUCC Bar zu sehen.

Marlene Lahmer, viscous bodies 3: hydrofeminist breastpieces, 2024-, Textperformance mit tragbaren Skulpturen aus geblasenem Glas  

Unter dem Titel "viscous bodies" arbeitet Marlene seit 2021 an Serien von Körperabdrücken in geblasenem Glas,  die die fiktive Geschichte einer intimen Begegnung zwischen einem menschlichen Körper und heißer Glasmasse im Formungsprozess erzählen. "viscous bodies 3: hydrofeminist breastpieces" sind gefäßartige tragbare Objekte mit den Abdrücken der Brüste der Künstlerin. Sie beziehen sich das Motiv von Muttermilch und auf Glas als eine Substanz, die in der Tiefenzeit weiterfließt auch wenn sie uns als fest erscheint. Mit den tragbaren Objekten am Körper rezitiert Marlene Gedichte aus "Meetings with Heat".

Transcultural Emancipation & Raashish India, River Calling, Chiang Rai International Performance Art Project 2026: River Landscapes of Resistance, 2026, Film, Installation, Workshop und Fahne

Der Film über das Chiang Rai International Performance Art Project 2026: River Landscapes of Resistance entstand aus der Perspektive von Teilnehmenden und hält Momente wie Vorträge von Wissenschaftler:innen wie „Grenzüberschreitende Krise: Der Kok, der Sai, der Ruak und der Mekong – Auswirkungen des Abbaus seltener Erden auf die lokalen Gemeinschaften“ von Dr. Suebsakun Kidnukorn, Dozent an der School of  Social Innovation der Mae Fah Luang University, „Körperökologie: Vom Oberlauf bis zum Unterlauf“ von Somkiat Khuanchiangsa, Präsident der Living River Siam Association fest. Moderiert von Worathep Akkabootara, Dozent am Institut für Medienkunst und Design. Das Chiang Rai International Performance Art Project 2026: River Landscapes of Resistance nutzt Performancekunst als Form des sozialen Engagements, um für den Umweltschutz einzutreten, ein tiefes Bewusstsein für Flussprobleme zu schaffen und Räume für Dialoge und gemeinsames Lernen zu öffnen, den Wissensaustausch zu fördern, sowie die Erinnerungen und Lebenserfahrungen der Gemeinschaft zu dokumentieren. Der Kok, der Sai, der Ruak und der Mekong sind grenzüberschreitende Wasserwege, die seit langem das Leben, die Wirtschaft und die Kultur der Gemeinschaften im oberen Mekong-Becken erhalten haben. Derzeit stehen diese Flüsse jedoch vor einer schweren Umweltkrise, die durch Bergbauaktivitäten und transnationales Kapital in den stromaufwärts gelegenen Gebieten, insbesondere im Shan-Staat in Myanmar, verursacht wird. Berichten zufolge gibt es mehr als 2.400 legale und illegale Abbaustätten für seltene Erden und Metalle. Durch den Abbau von Mineralien gelangen Arsen, Quecksilber, Blei und andere Schwermetalle in Bäche und Flüsse. Sogenannte „saubere“ Technologien wie Solaranlagen oder Elektroautos werden durch umweltschädlichen Bergbau gespeist. Betroffen sind der Lebensraum von Bergvölkern wie den Karen, Khmu und Kachin sowie alle Tier- und Pflanzenarten dieser Region.

Rita Vitorelli, Das Fröhliche Nichts, 2026, dreiteilige Plakatserie, Außenbilloboards FLUCC

„Das Fröhliche Nichts“ ist eine dreiteilige Plakatarbeit, wo es darum geht, dass „da draußen etwas seit 390 Millionen Jahren existiert, ohne gefragt zu haben, ob es einen Sinn ergibt“. Es sind sehr alte Tiere und Pflanzen, die ohne den Menschen existieren, ohne unseren Nutzen. Das ist das Nichts. Und es ist fröhlich, weil es sich nicht darum kümmert, ob wir es fröhlich finden. Es ist wie ein Plädoyer für das Leben selbst, völlig abgekoppelt von Haben oder Nicht-Haben. 
Die Arbeit verschiebt also den Blickwinkel, weg vom Menschen als Zentrum. Das stark vergrößerte Moos existiert seit Millionen Jahren und hat das Massenaussterben überlebt. Der uralte Lobster neben der Eintagsfliege fragt nicht, ob das Sinn ergibt. Das hat etwas Befreiendes. 

Das Fröhliche Nichts ist eigentlich ein ziemlich radikaler Satz, der aber auch die nötige Leichtigkeit und Offenheit hat, um darüber ins Gespräch zu kommen – nicht belehrend oder moralisch-tröstend, sondern sich an die Imagination richtend. Oft sind Galgenhumor und das Absurde Überlebensstrategien. Das „Fröhliche Nichts“ könnte also auch gelesen werden als: Ich habe zwar nichts, aber ich lasse mich davon nicht zerbrechen. Das könnte man dann wieder als Kapitalismuskritik lesen. Es gibt also viele Möglichkeiten der Interpretation …

Plakat 1: Ein handgeschriebener Titel und flüchtige Bewegungen: Eine Skorpionsfliege flüchtet aus dem Bild, Insekten besetzen die Buchstaben oder verschwinden über die Ränder. Eine Momentaufnahme zwischen Ankunft und Abwesenheit. Viel leere Fläche in leuchtendem Gelb. Erleichterung, dass nicht alles etwas bedeuten muss.

Plakat 2: Eine der Fliegen aus dem ersten Plakat liegt am Rücken / legt sich für einen Moment hin, „egal, ich lieg‘ hier, und weiter“.
Die Sprache verschwindet über die drei Plakate hinweg …

Plakat 3: Auf der Hinterseite des Gebäudes verdichtet sich die Zeichnung zu einem Wald aus Takakia-Moos (390 Mio. Jahre alt, lebendes Fossil). In diesem vergrößerten Dickicht verweilen alte Wesen, die keine gemeinsamen Lebensräume teilen: Eine Kröte ein Hirschkäfer, ein Gürteltier, wiederum die Eintagsfliege aus dem ersten Plakat, eine Libelle, ein Lobster. Es gibt keine Interaktion mit dem Stadtraum, sie sind einfach da.

Takakia-Moos: Eine der ältesten Moosgattungen der Erde, ca. 390 Mio. Jahre. Es hat keine echten Wurzeln oder Blätter, sondern fleischige, fingerartige Triebe. In der extremen Vergrößerung (denn ich echt ist es wie ein Teppich von ca. 1 cm) wirkt es wie ein archaisches Dickicht.

Riesenlibellen: 300 Mio. Jahre alt

Skorpionsfliege: Ein bizarres Relikt aus dem Perm, ca. 280 Mio. Jahre

Eintagsfliege: Eines der ursprünglichsten Fluginsekten, ca. 300 Mio. Jahre. Ihr Leben dauert oft nur wenige Stunden.

Kamelhalsfliege: Ein lebendes Fossil aus dem Mesozoikum, ca. 200 Mio. Jahre

Stubenfliege: Ein Begleiter des Menschen, seit etwa 240 Millionen Jahren

Libelle: Eine der ältesten Fluginsekten, über 300 Mio. Jahr

Lobster: Er existiert in seiner heutigen Form seit Jahrmillionen und wirkt im Moos-Wald wie ein surreales Wesen

Fuchs: Der Fuchs ist zwar biologisch jünger als Libellen oder Gürteltiere, aber er ist das Urtier des urbanen Dschungels, der durch das „Nichts“ der Stadt streift.

Hirschkäfer: Der größte Käfer Europas. Er gilt als stark gefährdet.

Gürteltier: Ein lebendes Fossil. Eines der wenigen Säugetiere, die die äußere Rüstung perfektioniert haben

BIOGRAFIEN

Pramila Lama ist eine in Wien lebende bildende Künstlerin aus Nepal, die derzeit im Fachbereich Kunst und Intervention/Konzept an der Akademie der bildenden Künste Wien studiert. Als interdisziplinäre Künstlerin beschäftigt sie sich mit Themen wie Geschlechterungleichheit, Erinnerung, Identität, zwischenmenschliche Beziehungen und dem Austausch von Erzählungen. Mit ihren Arbeiten möchte sie das Publikum dazu anregen, die vorherrschenden Überzeugungen und festgefahrenen Praktiken in Bezug auf Frauen zu hinterfragen, die in ihrem Heimatland als gesellschaftliche Normen fortbestehen. Pramila hat an mehreren Ausstellungen und Residenzprogrammen in Südasien teilgenommen, wodurch sie ihre künstlerische Praxis bereichert und den Austausch mit einem vielfältigen Publikum vertieft hat. Sie hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den National Award und den Performance Art Competition Award, den sie zweimal bei Veranstaltungen der NAFA in den Jahren 2016 und 2019 gewann. Im Jahr 2022 erhielt sie ein Stipendium von der WIENWOCHE in Wien, das ihre kreativen Bestrebungen weiter unterstützt. Seit Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn in Wien fühlt sich Pramila besonders zu performativen Aktionen hingezogen, die das Publikum einbeziehen. Sie betont die Bedeutung von Performativität und des kreativen Prozesses, was sich oft in Live- oder Post-Performance-Installationen und ortsspezifischen Umsetzungen manifestiert. Darüber hinaus befassen sich ihre jüngsten Arbeiten mit Themen wie Migration, Geopolitik und humanitärer Identität und spiegeln damit umfassendere globale Anliegen wider, die in der heutigen Gesellschaft Resonanz finden.

Vivian Crespo Zurita „Mein Name ist Vivian Crespo Zurita. Als Konzeptkünstlerin arbeite ich in den Bereichen Performance, Malerei und Installation. Meine künstlerische Laufbahn umfasst eine breite Palette von Projekten sowohl innerhalb als auch außerhalb Österreichs, was dazu beiträgt, einen kulturellen und spirituellen Wandel in meinem Werk zu fördern. Ich bin eine Artivistin und Aktivistin, da ich in jedem Werk eine Botschaft der Selbstermächtigung und des Widerstands hinterlasse. Ich arbeite gerne mit Fundstücken, da mir dies hilft, neue Techniken zu erforschen und Monotonie zu vermeiden. Der Umgang mit Farben treibt mich dazu an, neue Wege zu entdecken und diese dann einem Publikum zu präsentieren, das begierig darauf ist, etwas Neues zu sehen.“

Das Kollektiv KLAUS wurde 2014 gegründet und besteht aus Künstlerinnen unterschiedlicher kultureller Hintergründe, Generationen und Disziplinen. Diese Diversität ist integraler Bestandteil ihres künstlerischen Schaffens und spiegelt sich in ihren Performances wider. Die Performances entstehen ortsspezifisch aus einer weiblichen Perspektive und machen auf normierte Bewegungsordnungen aufmerksam. KLAUS behandelt vielfältige Themen, von sozialen Ungleichheiten über aktuelle und gesellschaftlich relevante Aspekte, bis hin zu Fragen des Zugangs zu Kunst von Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Lebensrealitäten. 

Marlene Lahmer (*1996, AT) ist feministische, interdisziplinäre Künstlerin und Autorin. In ihrer Praxis verbindet sie Installation, Skulptur, Text, Buch und Performance. Ihr Fokus liegt auf dem Umgang mit Glas und den Auswirkungen von Hitze auf Körper. Mit diesen Werkzeugen arbeitet sie multimedial zu Körperlichkeit im Kontext von Geschlecht, Ökologie, Intimität, Sprache und erzählerischer Repräsentation. Marlene hat Transdisziplinäre Kunst und English and American Studies in Wien sowie Glass Art in Tallinn studiert und arbeitet an ihrem PhD-Projekt „Thermal Encounters“ an der Kunstuniversität Linz.

The Chiang Rai International Performance Art Project 2026: River Resistance. Thailand mit Chakkrit Chimnok, Jeramy Hiah, Michael Barrett, Anucha Hemmala, Anuchit Hemmala, Armue Peamue, Atikom Mukdaprakorn, Chakkrit Chimnok & Pattree Chimnok, Chantawipa Apisuk & Chumpon Apisuk, Chindanai Chaiya, Chindanai Phuankam, Chomphunut Phuttha, Constanza Bitthoff, HO20 Music Collective (Marisa Yapangku, Arrmee Muelae Chali Khitawongsakul, Narongsak Jaidee Seksan Jungwisetpong, Tananuwat Panyavicha Sumphun Chayapong, Tanadhet Chongkasee), Raashish India, Jakkrapan Sriwichai, Jeremy Hiah, Kelvin Shine Ko, Leelo Zhao (Zhao Xuan), Li Zhiyang, Michael Barrett, Mongkol Plienbangchang, Nattakorn Surintham, Nongrat Mayer, Nopawan Sirivejkul, Padungsak Kochsumrong, Priyanthi Anusha Deepthika Kumari, Rahmat Haron, Satadru Sovan Banduri, Sompong Thawee, Sutasinee Kansomdee, Suriya Wongming, "The Thais”{Pitt Budsanean, Pier Patuccelli, Phubet Chotiwatnanthakul Kanokpon Moolkeaw, Patchara Beawtoo Kanoknaruemon Changkaew, Teerasak Phalad), Ursula Maria Probst, Vasan Sitthikhet, Vichukorn Tangpaiboon, Wang Yitu, Warattaya Chaisin, Watan Wuma, Xuan Liu, Yin Xiaolong, Zhang Vita. 

Natalia Gurovas multidisziplinäre Praxis umfasst Skulptur, Druckgrafik, Zeichnung, Lyrik, ortsspezifische Installationen und Kuratieren. Sie interessiert sich dafür, wie Dinge miteinander verbunden sind und wie sie sich voneinander lösen, wie Menschen einander wahrnehmen, welche Rolle Fakten und Erzählungen spielen, wie man einsam sein und gleichzeitig in Kontakt stehen kann und wie Strukturen entstehen und zerfallen. Sie wurde in Weißrussland geboren, wuchs in Russland auf und lebt und arbeitet seit 2014 in Österreich. Natalia studierte von 2014 bis 2018 ortsspezifische Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Paul Petritsch und Nicole Six sowie von 2018 bis 2025 Objektskulptur an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Julian Goethe. Für ihr Diplomprojekt an der Akademie der bildenden Künste erhielt sie den Würdigungspreis. Natalias Arbeiten wurden auf der Vienna Art Week, der Vienna Design Week, bei Parallel, im Österreichischen Kulturforum London, im Queer Museum im Volkskunstmuseum, in der Galerie Michaela Stock, im Belvedere 21 und bei der WienWoche ausgestellt.

Elisabeth von Samsonow Künstlerin, Professorin em. Akademie der bildenden Künste, Wien, Mitglied Vereinigung Bildender Künstlerinnen Künstlerhaus Wien, Mitglied der GEDOK München, Ihre künstlerische Arbeit umfasst Skulptur, Performance, Malerei und Video. Sie beschäftigt sich u.a. mit dem systematischen und symbolischen Ort der weiblichen Plastik/ Skulptur im Kanon der Künste und einer ökologischen Ästhetik oder neuen Geo-Logik der Körper. 2021 gründete sie mit Kolleginnen aus dem Kunstbereich das „Land der dissidenten Göttinnen“ in Alberndorf im Pulkautal, das für sie und ihre Gruppe Labor, Forschungs- und Wahrnehmungsraum und performatives Experiment in Bezug auf eine neue Verbindung mit dem Land ist.  www.samsonow.net

Rita Vitorelli ist eine in Wien und Berlin lebende Künstlerin. Sie ist Herausgeberin des Spike Art Magazine und leitet das Programm von Spike Berlin. Zuletzt hatte sie eine Gastprofessur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe inne (2023/24). Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Guggenheim Bilbao, im Kunsthaus Zürich und in der Kunsthalle Wien ausgestellt. Zu den ausgewählten Ausstellungen zählen „Tronies“, Christine König Galerie, Wien (2023); „The Roaring Twenties“, Guggenheim Bilbao (2021); „Schall und Rauch“, Kunsthaus Zürich (2020); „Die 90er Jahre“, Wien Museum (2018); „Tomorrow is a new day“, Monte Carlo (2016); „Drawing after Digital“, XPO Gallery, Paris (2016)

Raashish India, alias Ashish Ratore, ist ein multidisziplinärer Künstler aus Rajasthan, Indien. Als Teenager wurde bei ihm Schizophrenie und eine Zwangsstörung diagnostiziert. Er nutzt Kunst als Heilmittel und ist fest davon überzeugt, dass Kunst die psychische Genesung fördert. Seine Arbeit konzentriert sich auf Verhaltenskunst, Naturverbundenheit sowie politische, soziale und kommunikative Distanz. Er hat an Kunstfestivals und Künstlerresidenzen teilgenommen und Workshops an Schulen und Universitäten in Indien und im Ausland organisiert.

Transcultural Emancipation entstand 2013 aus Kooperationsprojekten mit KulturKontakt Austria und widmet sich heute der transkulturellen Arbeit durch künstlerische Projekte und Vereinsarbeit. An den Projekten sind Künstler*innen aus Südostasien beteiligt.

Ursula Maria Probst Kulturarbeiterin, Performerin, künstlerische Leiterin für zeitgenössische Kunst am FLUCC. Centre for Arts and Communities, Kuratorin, Kunstkritikerin, Dozentin, Kunsthistorikerin, Stadtforscherin mit den Schwerpunkten Gender, Biodiversität, die heilende Kraft der Kunst und Gemeinschaftsprojekte. Seit 2018: Künstlerresidenz und Forschungsprojekt „BODY EMBEDDING“ mit Hongwei Duan sowie „NI (Natural Intelligence)“ mit Raashish India. Auftritte in Myanmar, Indonesien, Bangladesch, Mexiko, Thailand, Vietnam, Nepal, China, Sri Lanka, Malaysia, Indien, Mexiko, Costa Rica, Australien, Singapur, Litauen, Peru, Brasilien, Ukraine, Indonesien, Malaysia, Panama, Kuba, Dänemark, Deutschland, Österreich, Frankreich, Taiwan, China, Laos

Programm

Mai 18-22 Uhr Performances

29. Mai 16-18 Uhr Workshop für Kinder und Erwachsene (im Rahmen von Independent Space Index – The festival for independent art spaces)

Transcultural Emancipation, RIVER CALLING

Das Chiang Rai International Performance Art Project 2026: River Landscapes of Resistance in Thailand nutzt Performancekunst als Form sozialen Engagements, um für den Umweltschutz einzutreten, ein tiefes Bewusstsein für Flussprobleme zu schaffen und Räume für Dialoge und gemeinsames Lernen zu öffnen, den. Wissensaustausch zu fördern, sowie die Erinnerungen und Lebenserfahrungen der Gemeinschaft zu dokumentieren. Welche alternativen Erzählungen und Energien können wir durch partizipative Performances zum Leben erwecken? Dabei vertrauen wir auf Empathie, Intuition und Instinkte, verbringen Zeit in der Natur und lernen von Emotionen, Schwingungen und Bewegungen von Pflanzen und Tieren – von NI (Natural Intelligence).

31. Mai 18 - 20 Uhr Screening (im Rahmen von Independent Space Index – The festival for independent art spaces)

FILMSCREENING UND TALK

Natalia Gurova, GIANT HOGWEED: A DECEPTIVE GIFT IN VIENNA

Im Mittelpunkt des Videos, dass anlässlich des Wandertheaters während der Wienwoche 2025 am Ballhausplatz gedreht wurde, steht der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), eine Pflanze, die angeblich als diplomatisches Geschenk von Zar Alexander I. an Fürst Metternich nach Wien gelangte. Einst als exotische Rarität bewundert, wurde sie später invasiv, giftig und nahezu unausrottbar. Die Performance entfaltet diese Geschichte als Allegorie auf Diplomatie, Migration und Täuschung – eine Erzählung, in der wir aus der Perspektive der Vergangenheit über die Gegenwart sprechen

Transcultural Emancipation & Raashish India, RIVER CALLLING

Der Film über das Chiang Rai International Performance Art Project 2026: River Landscapes of Resistance entstand aus der Perspektive von Teilnehmenden und hält Momente wie Vorträge von Wissenschaftler:innen und Performances fest.